Nebel- Sonne Lotterie bis über Allerheiligen hinaus...

Damit wieder herzlich Willkommen zum Wetterblog auf der Homepage.

Die vergangenen Tage brachten das erwartete Sonne - Nebel Glücksspiel. Während in den Hochlagen traumhaftes Wetter herrschte, war in den tieferen Regionen zumeist länger Nebel und Hochnebel an der Tagesordnung. In den Nachmittagsstunden konnte sich dieser aber doch noch lichten und überall gab es zumindest ein paar Sonnenstunden.

Dieses Spiel geht praktisch die komplette kommende Woche so weiter. Als Hobbymeteorologe ist man dazu geneigt die Aussichten als sehr langweilig einzustufen ;-). Der Grund hierzu ist relativ schnell und einfach gefunden. Tiefer Luftdruck über Nordostamerika induziert Tiefdruckbildung über dem Atlantik, diese ziehen aufgrund der Corioliskraft (Auf der Nordhalbkugel von links nach rechts, auf der Südhalbkugel von rechts nach links) weiter in Richtung Ostatlantik vor die Tore Europas. Und genau hier liegt die Crux an der Sache. Während bei klassischen Westlagen die Tiefs dann einfach weiter über das Europäische Festland ziehen und so für wenigstens etwas Abwechslung in unserem Wettergeschehen sorgen,  hält zurzeit starker Hochdruck über Mittel- und Osteuropa dagegen. Den Tiefs also bleibt nichts anderes übrig, sich entweder aufzulösen, in Richtung Süden ins Mittelmeer abzutropfen (Von dort werden wir leider wieder wohl von einigen Unwettern in den nächsten Wochen hören, auch aufgrund der sehr warmen Wassertemperaturen dort) oder weiter in Richtung Norden zu ziehen und sich ebenfalls langsam aufzulösen. Für unsere Regionen bleibt es praktisch immer beim selben. Da wir bei allen Varianten mehr oder weniger auf der Vorderseite der Tiefdruckkomplexe verbleiben, werden immer wieder sehr milde Luftmassen aus Süden herangeführt. Was im Sommer für Hitze und Sonne satt sorgt (so wie im heurigen), sorgt im (Spät) Herbst und Winter nur mehr auf den Bergen für mildes und sonniges Wetter. Wenn die Durchmischung der Luftmassen fehlt (also praktisch Wind), können die langen Nächte die Luftmassen bodennah auskühlen und so für eine Inversion sorgen, die wiederum im Flachland für Nebel und Hochnebel sorgt.

Zarte Umstellungsversuche deuten sich erst ab Anfang November an, aber ob sich diese auch bewahrheiten bleibt abzuwarten.

Damit aber genug der langen Einleitung, hier die Wetterentwicklung der kommenden Woche im Detail:



Montag: Wie oben beschrieben, das Muster mit Tiefs über dem Ostatlantik, die gegen den Hochdruck über Mittel- und Osteuropa vergeblich anrennen und so auf ihrer Vorderseite milde Luftmassen in der Höhe heranführen.




Zum Start in die neue Woche bzw. dem Österreichischen Nationalfeiertag gibt es einige Nebel - und Hochnebelfelder, die sich am Nachmittag aber verbreitet auflösen sollten. Dort wo es länger trüb bleibt verweilen wir bei um die 10°C, dort wo die Sonne länger zum Vorschein kommt gibt es mit leichten Föhneinfluss bis zu 17°C.


Dienstag: Die Wetterlage mit praktisch keinem Unterschied zum Vortag




Dieser Tag bringt wieder viele Nebel - und Hochnebelfelder über dem Flachland und einiges an Sonnenschein auf den Bergen. Dieses Mal sollte sich der Hochnebel als zäher erweisen und könnte lokal, vor allem an und in der Nähe von Flüssen den ganzen Tag beständig bleiben. Bei ganztags trüben Verhältnissen Höchstwerte um 10°C, bei sonnigen Verhältnissen auf den Bergen wieder bis zu 17°C.


Mittwoch: Die Wetterlage bleibt weiterhin ähnlich der Vortage, die Tiefs kommen allerdings ein Stück weiter nach Osten voran, mit zunächst noch wenig Wetteränderung bei uns.




Zur Mitte der Woche werden aufgrund des Heranrückens der Tiefs feuchtere Luftmassen mit einbezogen. Die Folge daraus ist ein leider noch zäherer "Hochnebelteppich" über dem Flachland. In höheren Lagen bekommt man davon wenig mit, viel eher werden dadurch sogar noch ein Tick mildere Luftmassen herangeführt. Während also im Flachland mit Temperaturen von etwa 8-10°C zu rechnen sein wird, steigen die Höchstwerte in Lagen um 1000m auf etwa 18°C!


Donnerstag: Der wettermäßige wohl spannendste Tag der Woche ;-). Ein in den südwestlichen Alpenraum abtropfendes Tief sorgt für eine unbeständigere Witterung bei uns.




Der Tag startet mit dichter Bewölkung und lokal leichten Regen. Viel kommt dabei aber nicht runter, mit jeden Kilometer in Richtung Osten sollte das "Regengebiet" (das seinem keine Ehre macht)mehr und mehr zerbröseln und sich etwa im östlichen Oberösterreich auflösen. Nachmittags sind auch über dem Flachland einzelne Auflockerungen möglich, aus heutiger Sicht allerdings nicht sehr wahrscheinlich. Die Höchstwerte liegen bei etwa 12 - 14°C. In den vormals sehr milden höheren Lagen gehen die Temperaturen vorübergehend um etwa 5 - 7°C zurück, sinken aber höchstens auf Normalwerte.


Freitag: Die altbekannte Wetterlage. Tiefs über dem Ostatlantik, hoher Luftdruck über dem Alpenraum, wir an der Vorderseite der Tiefs mit Einbeziehung sehr milder Luftmassen. Das Cut-Off Tief das uns am Vortag die schwache Störung brachte, zieht übrigens aller Voraussicht nach weiter in den Mittelmeerraum und könnte dort für schwere Unwetter sorgen.




Zum Start ins Allerheiligenwochenende gibt es das altbekannte Spiel. Sonne und sehr milde Temperaturen oben, Hochnebel und gedämpfte Temperaturen unten. Allerdings stehen die Chancen aus heutiger Sicht nicht ganz so schlecht dass sich zumindest ein bisschen Sonnenschein im Flachland ausgeht. Die Höchsten Werte bewegen sich um 15°C.

Das Wochenende sieht aus heutiger Sicht neuerlich nach Sonne und milden Temperaturen im Bergland aus. Ob sich im Flachland auch ein bisschen Sonne ausgeht, lässt sich noch nicht sagen. Die Temperaturverteilung bleibt ähnlich der Vortage. Beim Gang zum Friedhof am Sonntag wird man auf jeden Fall nicht sonderlich frieren müssen. ;-)

Im Anschluss sieht es zunächst weiter nach der altbekannten Großwetterlage aus, zum Ende der übernächsten Woche deuten die Modelle allerdings kühlere und feuchtere Luftmassen mit Abbau des Hochdrucks über Mitteleuropa und Tiefs aus Nordwesten an. Dieses Szenario ist allerdings noch sehr unsicher und vor allem sehr weit weg.


Zum Schluss wieder das Ensemble von GFS für den Gitterpunkt München:



Karten und Diagramm: wetterzentrale.de


Gut zu erkennen:

- Sehr viel Höhenwärme, allerdings am Boden dank Inversion meist kühles und trübes Wetter

- Anschließend im November ein langsamer Rückgang der Temperaturen auf den Bergen, ob dies aber wirklich so kommt sei mal dahingestellt.


Fazit:

Eine alles in allem sehr langweilige Wetterwoche steht bevor. Während man im Bergland viel Sonne und Milde abstaubt, muss man im Flachland darauf hoffen dass sich der Hochnebel auflöst.

Damit sage ich Danke für's Lesen und bis zum nächsten Mal!


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